4. Mose 32:23
Eine verständliche Vertiefung zu diesem Vers. Kapitel lesen →
Wenn ihr aber nicht also tut, siehe, so habt ihr euch an dem HERRN versündigt und werdet erfahren, was für eine Strafe euch treffen wird!
Es gibt eine neuere Version dieser Vertiefung.
Was es bedeutet
Schau dir den Satz genau an: "Wenn ihr aber nicht also tut..." – das "so" bezieht sich auf ein ganz konkretes Versprechen, das die Stämme Ruben und Gad (später kommt noch ein halber Stamm Manasse dazu) Mose gerade gegeben haben. Sie sehen das eroberte Land östlich des Jordan – fruchtbares Weideland namens Gilead und Jaser – und wollen es für sich behalten, weil sie riesige Viehherden besitzen. Mose reagiert zuerst mit blankem Schrecken, weil er sich an die Kundschafter-Geschichte erinnert ( 4. Mose 13–14): Damals hatte die entmutigende Meldung von zehn Männern dazu geführt, dass eine ganze Generation vierzig Jahre in der Wüste sterben musste Jamieson-Fausset-Brown. Ruben und Gad reagieren darauf mit einem Kompromiss: Sie bauen Städte für ihre Familien und Pferche für ihre Schafe – Mose bindet sie später wörtlich daran, genau das zu tun, was "aus ihrem Mund" gekommen ist John Gill – aber ihre wehrfähigen Männer ziehen bewaffnet vor dem Volk her über den Jordan, bis Kanaan erobert ist. Erst dann kehren sie heim.
Vers 23 ist die Kehrseite dieser Abmachung. Wenn sie ihr Wort brechen, ist das kein Vertragsbruch bloß mit Mose – es ist Sünde gegen den HERRN selbst. Und dann, so das drastische hebräische Bild, wird ihre Sünde sie "finden". Die bekannteste englische Übersetzung dieser Zeile lautet: "be sure your sin will find you out" – die Sünde als Jäger, der dich aufspürt. Die hier vorliegende deutsche Übersetzung wählt eine freiere, erklärende Formulierung ("ihr werdet erfahren, was für eine Strafe euch treffen wird"), die den Sinn trifft, aber das schärfere Bild etwas glättet.
Der Vers steht mitten in der Geschichte des Volkes Israel, kurz bevor es endlich den Jordan überqueren soll – ein Moment, in dem Treue oder Untreue über das ganze weitere Schicksal des Volkes entscheidet. Christen lesen unterschiedlich, worauf der Vers zielt: Manche sehen hier vor allem eine Warnung an Menschen, die bereits zu Gottes Volk gehören und untreu werden könnten; andere lesen ihn allgemeiner als ein Grundgesetz – Sünde bleibt nie folgenlos