Daniel 4:34
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Nun lobe und erhebe und verherrliche ich, Nebukadnezar, den König des Himmels; denn all sein Tun ist richtig, und seine Wege sind gerecht; wer aber stolz einhergeht, den kann er demütigen!
Es gibt eine neuere Version dieser Vertiefung.
Was es bedeutet
Lies den Satz laut: Nebukadnezar, der mächtigste Mann der bekannten Welt, sagt: "Ich lobe... ich erhebe... ich verherrliche... den König des Himmels." Drei Verben, aufeinandergetürmt. Das ist kein beiläufiges Dankgebet – das ist ein König, der öffentlich, in einem offiziellen Erlass, seine Krone vor einem anderen Thron ablegt.
Achte auf den Wechsel: Vorher hat die Erzählung über Nebukadnezar in der dritten Person gesprochen – "er tat, er baute, er wurde vertrieben." Jetzt, hier, spricht er selbst, in der Ich-Form. Das ist sein persönliches Bekenntnis, nicht nur ein Bericht über ihn. Das ist leicht zu übersehen, aber es ändert alles: Dies ist keine Moralgeschichte über einen fremden König, sondern seine eigene, unterschriebene Aussage.
Dann kommen zwei Feststellungen über Gott – "all sein Tun ist richtig, und seine Wege sind gerecht" – und eine über den Menschen: "wer aber stolz einhergeht, den kann er demütigen." Das ist der Schlüsselsatz. Nebukadnezar zieht die Lehre aus seiner eigenen sieben Jahre langen Erniedrigung (er hatte wie ein Tier gelebt, Gras gefressen, siehe Daniel 5:21) und wendet sie ausdrücklich auf sich selbst an Matthew Henry. Er ist nicht mehr das Beispiel für Größe, sondern das Beispiel für Hochmut, der gefällt wurde.
Im großen Bogen des Buches Daniel ist das der Höhepunkt eines ganzen Kapitels, das wie eine königliche Proklamation aufgebaut ist – vom Stolz über den Wahnsinn zur Wiederherstellung. Es bestätigt genau das, was Daniel schon in Daniel 2:44 und in der Traumdeutung dieses Kapitels gesagt hatte: Der Höchste regiert über das Königtum der Menschen.
Wo Christen uneinig sind: Ist das eine echte Bekehrung zum Gott Israels, oder erkennt Nebukadnezar hier nur an, dass dieser eine Gott mächtiger ist als seine eigenen Götter, ohne sie aufzugeben? Der Text sagt es nicht ausdrücklich – manche Ausleger lesen hier einen wirklich gläubigen Mann, andere eine politische, henotheistische Anerkennung von Macht ohne volle Umkehr.
Historischer Hintergrund
Nebukadnezar II. regierte Babylon von etwa 605 bis 562 v. Chr. – der mächtigste Herrscher seiner Zeit. Er hatte 586 v. Chr. Jerusalem zerstört und die Oberschicht Judas, darunter Daniel selbst, nach Babylon deportiert. Zur Zeit dieses Kapitels stand Babylon auf dem Höhepunkt seiner Pracht: gewaltige Stadtmauern, Prozessionsstraßen, hängende Gärten (der Legende nach), Tempeltürme, die bis in den Himmel zu reichen schienen. Genau in diesem Moment des Triumphs – als er auf seinem Palastdach stand und sagte "Ist das nicht das große Babel, das ich gebaut habe?" (vgl. Daniel 4:26) – traf ihn das Gericht Adam Clarke.
Das ganze Kapitel ist ungewöhnlich aufgebaut: Es liest sich wie ein offizieller Staatserlass, der an "alle Völker, Stämme und Zungen" im Reich geschickt wurde (vergleichbar mit Daniel 6:26). Ein König, der sieben Jahre lang verschwunden war – draußen lebend, Gras fressend wie ein Ochse, mit Haaren wie Adlerfedern und Nägeln wie Vogelkrallen ( Daniel 4:33) – musste seiner Verwaltung, seinem Hof und seinem ganzen Reich eine Erklärung liefern. Diese Proklamation ist genau das: eine öffentliche, unterschriebene Erklärung, warum der König plötzlich fehlte und warum er jetzt zurückgekehrt ist.
Theologisch-politisch war das brisant. In der babylonischen Vorstellung war der König der irdische Repräsentant der Götter, besonders Marduks, des Stadtgottes Babylons. Ein Bekenntnis wie dieses – dass ein anderer, "der König des Himmels", über allem steht, auch über Nebukadnezar selbst – war ein direkter Angriff auf die religiöse Ideologie des babylonischen Königtums. Für die jüdischen Exilanten am Hof, die gerade ihre Heimat, ihren Tempel und ihre Freiheit verloren hatten, muss so ein Wort aus dem Mund des Mannes, der all das zerstört hatte, wie ein Donnerschlag gewirkt haben: Der Gott, den sie verloren zu haben schienen, regiert immer noch – sogar über den, der sie gefangen hielt.
Ursprache
Dieser Vers steht im aramäischen Teil des Buches Daniel – der Verkehrssprache des persisch-babylonischen Reiches, nicht im Hebräischen. Schon das ist ein leiser Hinweis: Gottes Wort spricht hier ausdrücklich in der Sprache der Heidenwelt zu ihr Strong's.
Drei Verben tragen den Satz: שְׁבַח (shᵉbach, H7624) heißt wörtlich "anbeten, bewundern" – ein Wort für echte Verehrung, nicht bloß höfliche Anerkennung. הֲדַר (hădar, H1922) bedeutet "verherrlichen, groß machen" – dasselbe Wortfeld, das sonst für den Glanz und die Pracht eines Königs benutzt wird; Nebukadnezar überträgt seinen eigenen Titel auf Gott Strong's. Und בְּרַךְ (bᵉrak, H1289) – "knien, segnen" – trägt buchstäblich das Bild des gebeugten Knies in sich, selbst wenn es hier im Sinn von "preisen" gebraucht wird.
Wichtig ist auch das Wort für Gott selbst: עִלַּי (ʻillay, H5943), "der Höchste" – ein Titel, der im aramäischen Daniel immer wieder auftaucht, um klarzustellen: über allen Königen, Göttern und Mächten steht Einer, der wirklich oben ist.
Und dann die kleinen, körperlichen Wörter, die in den Versen davor stehen und diesen Satz vorbereiten: נְטַל (nᵉṭal, H5191) "die Augen erheben", עַיִן (ʻayin, H5870) "Auge", שָׁמַיִן (shâmayin, H8065) "Himmel". Nebukad