Psalmen 83:18
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Laß sie beschämt und abgeschreckt werden für immer, laß sie schamrot werden und umkommen,
Es gibt eine neuere Version dieser Vertiefung.
Was es bedeutet
Sieh dir an, was hier wirklich steht: Der Beter schleudert Gott vier harte Bitten entgegen — beschämt werden, abgeschreckt werden, schamrot werden, umkommen. Das ist keine sanfte Fürbitte. Das ist ein Schrei gegen konkrete Feinde, die kurz vorher im Psalm namentlich aufgezählt werden: Edom, die Moabiter, die Ammoniter, die Philister, Tyrus, Assur und andere — eine ganze Koalition, die sich verschworen hat, Israel "auszurotten, dass sein Name nicht mehr genannt werde" ( Psalm 83:5). Der Beter bittet also nicht um kleine Unannehmlichkeiten für seine Gegner, sondern um ihren völligen Zusammenbruch.
Was man leicht überliest: Das ist kein Wunsch nach persönlicher Rache. Der Psalm ist von Anfang bis Ende ein Gebet — der Beter nimmt die Sache nicht selbst in die Hand, er legt sie Gott vor. Und noch etwas Feineres: Diese Bitte um Schande ist kein Selbstzweck. Sie ist der Vorlauf zu dem, was direkt danach kommt — dass die Feinde "erkennen" sollen, wer Gott wirklich ist ( Psalm 83:19). Die Niederlage soll eine Tür sein, durch die Erkenntnis hereinkommt, nicht nur eine Strafe zum Selbstzweck.
Der Psalm steht am Ende der Asaph-Sammlung im Psalter — der letzte einer Reihe von Liedern, die immer wieder mit den Bedrängnissen der Gemeinde und der Ehre Gottes ringen Matthew Henry. Hier ist die Christenheit gespalten: Manche lesen solche "Fluchpsalmen" als reine Poesie eines alten Bundesvolkes, das wir heute nicht mehr nachbeten sollen; andere sehen darin ein bleibendes Muster echten, ungeschönten Gebets — Zorn über das Böse, der ehrlich vor Gott gebracht wird, statt ihn zu verdrängen oder selbst auszuleben.
Historischer Hintergrund
Der Psalm trägt den Namen Asaph — nicht unbedingt der Asaph aus Davids Zeit persönlich, sondern eher eine Sängergilde, ein levitisches Musikerhaus, das über Generationen Tempellieder verfasste und weitergab. Viele Ausleger verbinden diesen Psalm mit einem konkreten Ereignis aus 2. Chronik 20: Zur Zeit König Josaphats (etwa im 9. Jahrhundert v. Chr.) zog ein riesiges Heer aus Moab, Ammon und Verbündeten gegen Juda herauf Matthew Henry. Josaphat hatte keine militärische Antwort — er stellte sich mit dem ganzen Volk vor den Tempel und betete. Genau diese Verzweiflung, dieses Gefühl "wir sind umzingelt und haben keine Chance", atmet Psalm 83.
Man muss sich die Lage konkret vorstellen: Juda war ein winziges Bergland, eingeklemmt zwischen Großmächten und einem Ring feindseliger Nachbarvölker. Wenn sich diese Nachbarn zusammenschlossen — und der Psalm zählt zehn Gruppen auf, von Edom im Süden bis Assur im Nordosten — dann ging es nicht um Grenzstreitigkeiten, sondern ums nackte Überleben. Und mehr als das: Diese Feinde wollten nicht nur Land, sie wollten den Namen Israels auslöschen, damit "man nicht mehr an den Namen Israel gedenke" ( Psalm 83:5). Für einen Israeliten war das eine Bedrohung von Gottes eigenem Plan mit der Welt — denn Israel war das Volk, durch das Gott sich der ganzen Erde bekannt machen wollte. Ein Angriff auf Israel war für den Beter also nicht nur ein politisches Problem, sondern eine Anfechtung der Frage, ob Gott überhaupt Herr über die Geschichte ist.
Ursprache
Die Wörter dieses konkreten Verses selbst — "beschämt", "abgeschreckt", "schamrot", "umkommen" — liegen mir in der Wurzelanalyse nicht vor, aber der Vers direkt danach zeigt dir, worauf die ganze Bitte zielt, und genau diese Worte kann ich dir zeigen. Der nächste Vers benutzt יָדַע (yâdaʻ, H3045) — "erkennen", "wissen", aber nicht bloß Kopfwissen, sondern ein Erkennen, das aus Erfahrung kommt, so wie man jemanden "kennt", nachdem man mit ihm etwas durchgemacht hat Strong's. Die Feinde sollen nicht nur besiegt werden — sie sollen an ihrer eigenen Haut spüren, wer Gott ist.
Und was sie erkennen sollen, steckt in שֵׁם (shêm, H8034), "Name" — im hebräischen Denken nicht nur eine Bezeichnung, sondern der ganze Charakter, die Ehre, die Autorität einer Person Strong's. Konkret geht es um den Namen יְהֹוָה (Yᵉhôvâh, H3068), den Eigennamen des Bundesgottes, abgeleitet von "sein" — der, der ist, der sich nicht ändert, der treu bleibt Strong's. Und dieser JHWH soll erkannt werden als עֶלְיוֹן (ʻelyôwn, H5945) — "der Höchste", wörtlich "der Erhabene", ein Titel, der keinen Rivalen kennt Strong's. Der Schauplatz dafür ist אֶרֶץ (ʼerets, H776) — "die Erde", nicht nur Juda, sondern die ganze bewohnte Welt Strong's. Die Schande, die der Beter in unserem Vers herbeisehnt, ist also der Weg zu diesem viel größeren Ziel: dass ausnahmslos jeder auf der ganzen Erde weiß, wer wirklich regiert.
Wie es auf Christus hinweist
Hier musst du ehrlich zwei Fäden zusammenhalten, die sich nicht einfach glattbügeln lassen. Auf der einen Seite: Jesus ist der, der am Kreuz genau das Gegenteil dieser Bitte betete — "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun" ( Lukas 23:34) — für Menschen, die ihn gerade demütigten und töteten. Wenn du Feindesliebe suchst, findest du sie am krassesten dort, nicht in Psalm 83.
Auf der anderen Seite: Derselbe Jesus ist auch der, dem laut Paulus "der Name gegeben ist, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind" ( Philipper 2:9-10). Das ist exakt das Ziel, das der Vers nach unserem beschreibt — dass die ganze Erde den Namen des einen wahren Gottes erkennt. Was in Psalm 83 durch Niederlage und Schande der Feinde geschieht, geschieht im Neuen Testament durch die Verkündigung: Der Auftrag Jesu an seine Jünger, "alle Völker" zu Jüngern zu machen "auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" ( Matthäus 28:19), ist die friedliche, einladende Version desselben Ziels — dass die ganze Welt erkennt, wer JHWH ist.
Und Paulus in Römer 12:19-20 zeigt dir den Weg dazwischen: "Rächet euch nicht selbst… sondern gebt Raum dem Zorn Gottes." Der Beter in Psalm 83 tut genau das — er legt seinen Zorn Gott vor, statt selbst zuzuschlagen. Am Jüngsten Tag wird derselbe Jesus, der am Kreuz vergab, auch als gerechter Richter kommen ( Offenbarung 19:11-16). Beides gehört zu ihm. Dieser Vers ist eher ein Echo dieser Spannung als eine direkte Prophezeiung — aber er zeigt dir schon im Alten Testament, dass Gottes Ehre und die Rettung der Völker letztlich zusammengehören, und genau das läuft in Christus zusammen.
Für dein Leben
Du hast wahrscheinlich Menschen, denen du im Stillen genau das wünschst: dass es ihnen schlecht geht, dass sie bloßgestellt werden, dass sie fallen.