Nehemia 10:29
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Und das übrige Volk, die Priester, die Leviten, die Torhüter, die Sänger, die Tempeldiener und alle, die sich von den Völkern der Länder abgesondert hatten zum Gesetze Gottes, samt ihren Frauen, ihren Söhnen und Töchtern, alle, die es wissen und verstehen konnten,
Es gibt eine neuere Version dieser Vertiefung.
Was es bedeutet
Stell dir eine riesige Menschenmenge vor Jerusalems wiederaufgebauten Mauern vor. Gerade eben, in den Versen davor, haben die Fürsten, Priester und Leviten ein Dokument unterschrieben und gesiegelt – so etwas wie ein offizieller Vertrag mit Gott. Und jetzt, in Vers 29, kommt der Rest: "das übrige Volk" – die normalen Leute, die keine Ämter hatten. Dazu die Torhüter, die Sänger, die Tempeldiener (die sogenannten Nethinim, ursprünglich wohl Nachkommen unterworfener Völker, die im Tempel niedere Dienste taten), und alle, die sich bewusst von den umliegenden Völkern "abgesondert" hatten, um Gottes Gesetz zu folgen – wahrscheinlich Nachkommen von Israeliten, die im Land geblieben waren, oder sogar Nichtisraeliten, die sich Israel angeschlossen hatten Keil-Delitzsch Old Testament. Und dann noch ein entscheidendes Detail: samt ihren Frauen, Söhnen und Töchtern – aber nicht alle Kinder, sondern nur die, "die es wissen und verstehen konnten". Das ist kein Nebensatz zum Überlesen. Hier wird eine Altersgrenze gesetzt: Kinder, die alt genug waren, um zu begreifen, worauf sie sich einlassen.
Grammatisch ist dieser Vers eigentlich nur die halbe Aussage – der Satz läuft im nächsten Vers weiter: Sie "hielten mit ihren Brüdern" und "traten in einen Eid und Schwur, im Gesetz Gottes zu wandeln" Matthew Henry. Vers 29 ist also die lange Liste der Teilnehmer an einem gemeinsamen, bindenden Versprechen.
Im großen Bogen des Buches steht das hier am Ende einer geistlichen Erneuerungsbewegung: Kapitel 8 – das Gesetz wird vorgelesen und erklärt; Kapitel 9 – ein Bußgebet über Israels lange Geschichte des Ungehorsams; Kapitel 10 – die konkrete, unterschriebene Antwort darauf. Wo Christen sich uneins sind: Ist ein solches feierliches Gesetzes-Gelübde ein Vorbild für Gottesvolk-Treue heute, oder zeigt es gerade die Grenzen menschlichen Wollens, die erst in einem neuen, von innen wirkenden Bund überwunden werden ( Hesekiel 36:27)? Beide Lesarten begegnen dir in diesem Text.
Historischer Hintergrund
Wir sind ungefähr im Jahr 445 v. Chr., etwa 140 Jahre nachdem Nebukadnezars Armee Jerusalem zerstört und die Oberschicht nach Babylon deportiert hatte (586 v. Chr.). Rund ein Jahrhundert zuvor hatte der persische König Kyros erlaubt, dass Juden zurückkehren durften; mehrere Wellen sind seitdem heimgekehrt. Nehemia selbst ist Mundschenk am persischen Hof gewesen und hat vom König die Erlaubnis (und Vollmacht) bekommen, als Statthalter nach Jerusalem zurückzukehren und die zerstörte Stadtmauer wieder aufzubauen – was er