# 2. Chronik 14:11 (Schlachter 1951)

> Da schlug der HERR die Mohren vor Asa und vor Juda, daß die Mohren flohen.

## Was es bedeutet

Lies den Vers ganz langsam: „Da schlug der HERR die Mohren vor Asa und vor Juda, daß die Mohren flohen." Wer ist das Subjekt des Satzes? Nicht Asa. Nicht die Soldaten Judas. **Der HERR.** Er schlägt. Er ist der Handelnde, und Asa mit seinem Heer steht fast wie ein Zuschauer dabei – „vor Asa und vor Juda", wörtlich: in ihrer Gegenwart, vor ihren Augen. Das ist leicht zu überlesen, aber es ist der ganze Punkt der Geschichte.

Was vorausgeht: Serach, der Kuschit (im Deutschen alt „Mohr" genannt – ein Begriff für Menschen aus dem Gebiet südlich von Ägypten, dem antiken Kusch, dem heutigen Sudan/Nubien), rückt mit einer gewaltigen Streitmacht gegen Juda an – eine Million Mann und dreihundert Streitwagen, so berichtet 2. Chronik 14:8-9. Asa hat viel weniger Leute. Was tut er? Er betet – genau das Gebet, das unmittelbar vor unserem Vers steht: „HERR, es ist bei dir kein Unterschied, zu helfen unter Vielen oder bei Kraftlosen." Und dann, in unserem Vers, antwortet Gott – nicht mit Verhandlung, nicht mit einem Wunder, das man wegerklären könnte, sondern mit einer schlichten, überwältigenden Niederlage des Feindes. Die Feinde fliehen – genau wie in Kapitel 13, wo Jerobeams Heer vor Juda floh [John Gill Bible Commentary](cite://s?id=john-gill).

Diese Erzählung steht am Anfang der Regierungszeit Asas, eines der wenigen „guten" Könige Judas (2. Chronik 14–16) [Matthew Henry Bible Commentary](cite://s?id=matthew-henry). Der Chronist schreibt Jahrhunderte später für Israeliten, die aus dem babylonischen Exil zurückgekehrt sind, und er will ihnen genau das zeigen: Wenn der König sich auf den HERRN verlässt, gewinnt er – egal gegen wen. Später in Kapitel 16 wird Asa genau das vergessen und sich auf einen menschlichen Bündnispartner statt auf Gott verlassen, und es geht schief. Über die historische Identität dieser „Mohren"/Kuschiten streiten Ausleger bis heute – manche sehen darin eine ägyptisch unterstützte Streitmacht, andere ein unabhängiges nubisches Heer –, aber das ist eine Randfrage. Die Hauptsache ist unbestritten: Gott, nicht Menschenmasse, entscheidet die Schlacht.

## Historischer Hintergrund

Die Bücher der Chronik wurden vermutlich um 450–400 v. Chr. verfasst, wahrscheinlich von einem Priester oder Levitenkreis, für Juden, die gerade aus der babylonischen Gefangenschaft heimgekehrt waren. Diese Leser hatten alles verloren – Tempel, Land, Königtum – und fragten sich: Ist Gott noch mit uns, wenn wir so schwach und klein geworden sind? Der Chronist blättert deshalb die alte Geschichte noch einmal auf, aber mit einem ganz bestimmten Interesse: Er zeigt immer wieder, dass Gottes Volk siegt, wenn es sich auf ihn verlässt, und verliert, wenn es das nicht tut.

Asa selbst regierte historisch ungefähr 911–870 v. Chr., als dritter König von Juda nach der Reichsteilung, nach Rehabeam und Abija. Juda war zu dieser Zeit ein kleines, verwundbares Königreich, eingeklemmt zwischen dem abtrünnigen Nordreich Israel und den größeren Mächten ringsum. Die Bedrohung durch Serach den Kuschiten kam aus dem Süden – vom Gebiet, das man Kusch nannte, südlich von Ägypten, dem heutigen Nubien/Sudan. Ob es sich um eine von Ägypten unterstützte Streitmacht handelte oder um eine eigenständige Streitmacht aus dieser Region, wissen wir nicht sicher; die Zahl von einer Million Mann ist so gewaltig, dass sie in den Ohren der ersten Hörer vor allem eins sagen sollte: unbesiegbar, hoffnungslos überlegen.

Stell dir das konkret vor: Ein kleines Bauernkönigreich, gerade dabei, Festungsstädte zu bauen und ein Heer aufzustellen (2. Chronik 14:6-8), sieht sich plötzlich einer Streitmacht gegenüber, die zahlenmäßig alles übersteigt, was sie aufbieten können. Kein kluger Feldherr würde raten, in diese Schlacht zu ziehen. Und genau in diesem Moment betet Asa – nicht um eine geschickte Strategie, sondern um Gottes Eingreifen. Für die Rückkehrer aus dem Exil, die selbst vor scheinbar übermächtigen Feinden (den Nachbarvölkern, die den Wiederaufbau Jerusalems sabotierten) standen, war das keine ferne Geschichte, sondern ein Spiegel ihrer eigenen Lage.

## Ursprache

Der Vers selbst ist kurz, aber sein Gewicht kommt aus dem Gebet direkt davor – und die im Grundtext vorliegenden Schlüsselwörter stammen genau aus diesem Gebet Asas, das diesem Vers unmittelbar vorausgeht und ihn erklärt [Strong's Concordance](cite://s?id=strongs).

**עָזַר** (*ʻâzar*, H5826) – „helfen", eigentlich „umgeben, schützen". Asa ruft nicht um einen Ratschlag, sondern um jemanden, der sich schützend um ihn stellt [Strong's Concordance](cite://s?id=strongs).

**כֹּחַ** (*kôach*, H3581) – „Kraft, Stärke". Im Gebet heißt es wörtlich: Es ist für Gott kein Unterschied, „zwischen Vielen und dem, der keine Kraft hat" zu helfen. Das griechische/hebräische Denken hier: Zahlenüberlegenheit ist für Gott irrelevant [Strong's Concordance](cite://s?id=strongs).

**שָׁעַן** (*shâʻan*, H8172) – „sich stützen, sich anlehnen". Asa sagt: „Auf dich stützen wir uns" – das Bild eines Menschen, der sich mit seinem ganzen Gewicht an etwas lehnt, weil er selbst nicht mehr stehen kann [Strong's Concordance](cite://s?id=strongs).

**שֵׁם** (*shêm*, H8034) – „Name". „In deinem Namen sind wir gegen diese Menge gezogen." Der Name Gottes bedeutet hier nicht nur ein Etikett, sondern seine Person, seinen Ruf, seine Autorität selbst [Strong's Concordance](cite://s?id=strongs).

**אֱנוֹשׁ** (*ʼĕnôwsh*, H582) – „Mensch", und zwar in seiner Hinfälligkeit, seiner Sterblichkeit, im Unterschied zum würdevolleren Wort für „Mensch" (adam) [Strong's Concordance](cite://s?id=strongs). Asa endet sein Gebet mit: „Wider dich vermag kein *enosh*, kein sterblicher Mensch, etwas." Und genau dieses Wort erklärt, warum unser Vers dann so knapp ausfällt: **יְהֹוָה** (*Yᵉhôvâh*, H3068), der Ich-bin-der-ich-bin, schlägt zu – nicht ein Mensch [Strong's Concordance](cite://s?id=strongs).

## Wie es auf Christus hinweist

Das Gebet, das diesem Sieg vorausgeht, endet mit dem Ruf: „In deinem Namen sind wir gezogen." Genau dieser Gedanke – Rettung durch das Anrufen des Namens des HERRN – zieht sich durch die ganze Bibel und mündet in Apostelgeschichte 2:21: „Jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird gerettet werden." Petrus zitiert dort den Propheten Joel an Pfingsten, und im Zusammenhang der Apostelgeschichte ist klar: Dieser „Herr", dessen Name rettet, ist jetzt Jesus Christus (siehe auch Römer 10:13). Der Name, an den sich Asa klammerte, ist derselbe Name, in den du getauft bist.

Aber es gibt noch eine tiefere Linie. Asa steht vor einer Übermacht, die er unmöglich mit eigener Kraft besiegen kann, und die einzige Hoffnung ist, dass Gott selbst kämpft. Das ist ein Muster, das sich durch die ganze Heilsgeschichte zieht – David gegen Goliath, Israel am Roten Meer, Jonathan gegen die Philister (1. Samuel 14:6) – und das am K

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Schlachter Bibel 1951, Genfer Bibelgesellschaft (CC BY 4.0)
